Diskussionsthread zu Burkhard Heims einheitlichen Feldtheorie - SciFi-Forum

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Diskussionsthread zu Burkhard Heims einheitlichen Feldtheorie

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  • Bynaus
    antwortet
    Zitat von McWire
    Trotzdem nimmt das Raum-Zeit-Kontinuum ja irgendeine Form von Platz ein.
    In deiner Vorstellung, ja. Welchen Raum nimmt aber z.B. der virtuelle Raum in einem Online-RPG ein? Keinen und doch einen für den Chip? Kann er instantan unendlich gross sein? Diese Fragen müsste man alle mit Ja beantworten. Ich will damit nicht sagen, dass das Universum ein riesiges RPG ist, sondern bloss sagen, dass wir nicht einfach unsere aus dem Alltag bekannten Regeln nehmen können (wie etwa, "ein Ding nimmt Platz ein, auch wenn es der leere Raum ist") und auf so etwas "universelles" wie das Universum übertragen können.

    Es spricht aber nix dagegen unendlich viele Kopien ein und desselben Zustandes zu haben.
    Genau, das führt ja dann auch zu den Doppelgängern in einigen 10 hoch 10 hoch 10 (oder so in der Art) Lichtjahren Entfernung.

    Jedoch kann ein unendlich großes Raum-Zeit-Kontinuum zu keinem Zeitpunkt unendlich dicht sein, da es ja ansonsten unendlich viel Inhalt (Materie, Strahlung, Vakuumfluktuationen) haben müsste und somit wieder kollabieren sollte.
    Das stimmt natürlich, allerdings muss ich mir diese kleine Ungenauigkeit selber anlasten. Das Universum war zu keinem Zeitpunkt unendlich dicht (wie ich oben fälschlicherweise geschrieben hatte). Eine Planck-Zeit nach dem Urknall war einfach eine sehr, sehr grosse Menge Energie auf jedes Planck-Volumen konzentriert. Sehr viel, aber natürlich nicht unendlich viel.

    Wäre der Inhalt endlich, aber die Raum-Zeit unendlich, wäre die Materiedichte gegen 0 und somit würde es ewig expandieren, selbst wenn es die Grenzemasse erreichen würde, da die Gravitation auf einen endlichen Raumbereich beschränkt wäre.
    Die Energie / Materie pro Volumeneinheit ist endlich, aber insgesamt enthält ein solches, unendliches Universum natürlich auch unendlich viel Energie / Materie. So wie es zur Zeit aussieht (beschleunigte Expansion) wird das Universum ohnehin auf ewig expandieren.

    Zitat von Drago
    Effektiv zeigt sich das ja den nur als abnahme, bzw. zunahme, der Dichte, aber in Wirklichkeit verändert sich dann die Raumgeometrie, wenn Ich das richtig verstanden habe...Richtig?
    Ja.

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  • DragoMuseveni
    antwortet
    Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Das stimmt nicht. Nimm das berühmte Hotel mit den unendlich vielen Zimmern, und alle sind besetzt. Kommt nun ein neuer Hotelgast und wünscht ein Zimmer, sagt man ihm denn: "sorry, wir haben unendlich viele Zimmer und unendlich viele Gäste, wir sind voll"? Nein. Der Gast im Zimmer 1 geht einfach in Zimmer 2, der von Zimmer 2 in Zimmer 3, etc. Der neue Gast kann in Zimmer 1 einziehen.
    Das Hotel heist Hilbert Hotel.

    Effektiv zeigt sich das ja den nur als abnahme, bzw. zunahme der Dichte, aber in Wirklichkeit verändert sich dann die Raumgeometrie, wenn Ich das richtig verstanden habe...Richtig?
    Zuletzt geändert von DragoMuseveni; 16.02.2008, 21:23. Grund: Ein überflüssiges Komma entfernt!

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  • McWire
    antwortet
    Mir ist auch klar es es außerhalb des Raumes keinen Raum gibt. Trotzdem nimmt das Raum-Zeit-Kontinuum ja irgendeine Form von Platz ein.
    Was dieser Platz ist wissen wir nicht und können wir auch nicht herausfinden.

    Das mit der Unendlichkeit (siehe mein Gleichungsbeispiel) ist so eine Sache... natürlich kann man in einem unendlich großen Raum mit unendlich Inhalt trotzdem noch was hinzufügen, da er ja unendlich groß ist.
    Das war eher jetzt nur eine Anspielung darauf, dass man ja auch nur endlich viele Zustände innerhalb des Universums hat und die Unendlichkeit ja alle diese Zustände abdeckt. Es spricht aber nix dagegen unendlich viele Kopien ein und desselben Zustandes zu haben.

    Jedoch kann ein unendlich großes Raum-Zeit-Kontinuum zu keinem Zeitpunkt unendlich dicht sein, da es ja ansonsten unendlich viel Inhalt (Materie, Strahlung, Vakuumfluktuationen) haben müsste und somit wieder kollabieren sollte.

    Wäre der Inhalt endlich, aber die Raum-Zeit unendlich, wäre die Materiedichte gegen 0 und somit würde es ewig expandieren, selbst wenn es die Grenzemasse erreichen würde, da die Gravitation auf einen endlichen Raumbereich beschränkt wäre.

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  • Bynaus
    antwortet
    Wenn es am Anfang eine extrem hohe Dichte gehabt haben soll, kann es nicht gleichzeitig unendlich groß gewesen sein, denn wo soll es bitteschön hinexpandieren, wenn es schon unendlich groß ist?
    Warum muss es in irgend etwas "hineinexpandieren"? Es gibt keinen Raum ausserhalb des Raumes, also auch nichts, wo er hinein expandieren kann. Im Moment, in dem der Raum entsteht, ist er (in diesem Fall - ist ja nicht gesagt, dass es tatsächlich so ist) unendlich gross, und er dehnt sich weiter aus.

    Unendlich plus einem Zahlenwert oder Unendlich ergibt wieder Unendlich, da die Unendlichkeit ja schon alle Zustände enthält und somit effektiv es nicht mehr vergrößert werden kann.
    Das stimmt nicht. Nimm das berühmte Hotel mit den unendlich vielen Zimmern, und alle sind besetzt. Kommt nun ein neuer Hotelgast und wünscht ein Zimmer, sagt man ihm denn: "sorry, wir haben unendlich viele Zimmer und unendlich viele Gäste, wir sind voll"? Nein. Der Gast im Zimmer 1 geht einfach in Zimmer 2, der von Zimmer 2 in Zimmer 3, etc. Der neue Gast kann in Zimmer 1 einziehen.

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  • McWire
    antwortet
    Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Wenn das zutreffen würde, wäre es jetzt natürlich endlich gross.



    Ja, es ist erst dann entstanden, aber das heisst doch nicht, dass es nur endlich gross sein kann. Du darfst dir den Urknall wirklich nicht als Punkt im 3D-Raum vorstellen, sondern als Zustand sehr hoher Dichte. Eine sehr hilfreiche Illustration dazu ist bei "An Atlas of the Universe" zu finden:

    Ich finde aber, das es ein Widerspruch ist, wenn man als Ausgangszustand ein unendlich großes unendlich dichtes Kontinuum hat.
    Wenn es am Anfang eine extrem hohe Dichte gehabt haben soll, kann es nicht gleichzeitig unendlich groß gewesen sein, denn wo soll es bitteschön hinexpandieren, wenn es schon unendlich groß ist?

    Unendlich plus einem Zahlenwert oder Unendlich ergibt wieder Unendlich, da die Unendlichkeit ja schon alle Zustände enthält und somit effektiv es nicht mehr vergrößert werden kann.
    (Vergleichbar mit dme Lösen der Gleichung x = x + 3, die einzige Lösung dieser Gleichung erhält man, wenn man für x unendlich einsetzt)

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  • Bynaus
    antwortet
    Ja richtig, ich nehme an das zum Zeitpunkt des Urknall, falls man das überhaupt sagen kann, das Universum die Größe 0 hatte bzw besser gesagt Planck-Volumen groß war.
    Wenn das zutreffen würde, wäre es jetzt natürlich endlich gross.

    So oder so ist in jedem Fall das Raum-Zeit-Kontinuum endlich groß, da es ja erst mit dem Urknall entstanden sind soll...
    Ja, es ist erst dann entstanden, aber das heisst doch nicht, dass es nur endlich gross sein kann. Du darfst dir den Urknall wirklich nicht als Punkt im 3D-Raum vorstellen, sondern als Zustand sehr hoher Dichte. Eine sehr hilfreiche Illustration dazu ist bei "An Atlas of the Universe" zu finden:

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  • McWire
    antwortet
    Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Du machst hier die Zusatzannahme, dass das Universum beim Urknall endlich gross war. Das ist aber nicht gesagt. Es kann auch unendlich dicht UND unendlich gross gewesen sein. Lediglich der sichtbare Bereich des Universums war unendlich klein, denn er ist endlich gross.

    Zur Frage: das hängt halt von der Gleichung für die Gravitation ab. Möglicherweise nimmt die Gravitation für Distanzen grösser als D (=Durchmesser des Universums) nicht-physikalische Werte an, wird z.B. imaginär (im mathematischen Sinn), ähnlich wie die Gleichungen der Relativitätstheorie imaginär für Überlichtgeschwindigkeiten werden. Wohl in Analogie dazu leiten die Autoren des Artikels aus dem unphysikalischen Distanzwert eine Obergrenze für die Grösse des Universums ab. Ob das zulässig ist, ist genauso fraglich wie der Rest der Heimtheorie. Eine experimentelle Bestätigung steht ja immer noch aus (mit Ausnahme der Vorhersagen der Teilchenmassen, die aber umstritten sind).
    Ja richtig, ich nehme an das zum Zeitpunkt des Urknall, falls man das überhaupt sagen kann, das Universum die Größe 0 hatte bzw besser gesagt Planck-Volumen groß war.
    So oder so ist in jedem Fall das Raum-Zeit-Kontinuum endlich groß, da es ja erst mit dem Urknall entstanden sind soll... ob das Universum ausserhalb des Raum-Zeit-Kontinuum noch eine Eigenschaft hat, können wir eh nicht beweisen.
    Aber die Zeit und der Raum haben nach heutiger Vorstellung erst mit dem Urknall begonnen und sind demnach auch heute nur endlich groß, da es eien endliche Expansionsrate gibt.

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  • Bynaus
    antwortet
    das zwischen Urknall und heute eine endliche Zeit (ca 14 Mrd Jahre) vergangen ist und das Universum mit einer endlichen Geschwindigkeit expandiert
    Du machst hier die Zusatzannahme, dass das Universum beim Urknall endlich gross war. Das ist aber nicht gesagt. Es kann auch unendlich dicht UND unendlich gross gewesen sein. Lediglich der sichtbare Bereich des Universums war unendlich klein, denn er ist endlich gross.

    Zur Frage: das hängt halt von der Gleichung für die Gravitation ab. Möglicherweise nimmt die Gravitation für Distanzen grösser als D (=Durchmesser des Universums) nicht-physikalische Werte an, wird z.B. imaginär (im mathematischen Sinn), ähnlich wie die Gleichungen der Relativitätstheorie imaginär für Überlichtgeschwindigkeiten werden. Wohl in Analogie dazu leiten die Autoren des Artikels aus dem unphysikalischen Distanzwert eine Obergrenze für die Grösse des Universums ab. Ob das zulässig ist, ist genauso fraglich wie der Rest der Heimtheorie. Eine experimentelle Bestätigung steht ja immer noch aus (mit Ausnahme der Vorhersagen der Teilchenmassen, die aber umstritten sind).

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  • McWire
    antwortet
    Ein viel wichtiger Grund warum das Universum endlich sein sollte, ist die Tatsache, das zwischen Urknall und heute eine endliche Zeit (ca 14 Mrd Jahre) vergangen ist und das Universum mit einer endlichen Geschwindigkeit expandiert.
    Damit das Universum nach endlicher Zeit unendlich groß ist, müsste es mit unendlicher Geschwindigkeit expandieren, was zumindestens für den uns sichtbaren Teil widerlegt wurde

    Wenn ich den Auszug richtig verstanden habe (was bei meinen englischkenntnissen durchaus nicht so sein muss ), dann sinkt nach dieser Feldtheorie die Kraft der Gravitation mit der Entfenrung schneller ab als nach dem klassischen newtonschen Mechanik und ist bei ungefährt 150 Mio Lj Entfernung gleich 0. Geht man wesentlich weiter darüber hinaus, verhält sich die Gravitationskraft nach dieser Feldtheorie als wäre sie nicht existent. (der Artikel bezeichnet es einfach als "unphysikalische", was wohl meint, dass man ab einer bestimmten Entfernung keine Vorhersage über die Kraft mehr machen kann) Aus diesem Grund sagt diese Theorie eine bestimmte endliche Größe für das Universum vorraus, die dem maximalen Wirkradius der Gravitatiion der enthaltenen Materie entspricht.

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  • Diskussionsthread zu Burkhard Heims einheitlichen Feldtheorie

    Als Diskussionsmöglichkeit zu Burkhard Heims einheitlichen Feldtheorie mache ich mal diesen Thread auf.


    Als relativ gut verständlicher Einstiegsartikel zu dieser Theorie sollte diese Artikel (englisch) genügen:



    Und ich habe jetzt auch gleich mal selber eine Frage zu dieser Theorie:

    Auf Seite 2 steht da unter dem Abschnitt "Maximum and Minimum Distance. The Metron" folgendes
    The existence of a field mass, mentioned in Section 1, leads to an modification of Newton’ law of gravitation.
    Newton’ law is simple and specifies the force between two masses in terms of the distance seperating them. As is well known, the force is inversely proportional to the square of the distance.
    Due to the existence of field mass the gravitational force in Heim’ theory is the solution of a so-called “transcendental“ equation, i.e. an algebraic equation having no simple solution. Nevertheless, approximate
    analytical solutions, i.e. formulas, can be found for various ranges of the distance between two masses. Purely
    numerical answers on a computer can, of course, be obtained for all distances.
    As is to be expected, Heim’ law is virtually indistinguishable from Newton’ law out to distances of many light years (1 light year = 5.91 trillion (1012) miles). Thereafter, the force begins to weaken more rapidely than
    Newton’ law and goes to zero at an approximate distance of 150 million light years. At still greater distances it becomes weakly repulsive. Finally, at a very great maximum distance it goes to zero and stays zero. This distance is significant for the size of the universe, because at distances exceeding it the force becomes
    unphysical. Hence, greater distances cannot exist. The greatest possible distance in 3 dimensions is the the
    diameter of the universe, which will be denoted by the letter D.
    Ich habe hier jetzt eine Frage zum Verständis obiger Behauptung.
    Und zwar, warum sollte das Universum eine endliche Größe haben,
    wenn die Kraft zwischen 2 Objekten, wie oben beschrieben, nach einer sehr großen Distanz gegen 0 geht?
    Wenn man einem der Objekte eine zusätzliche Kraft hinzufügt (z.b. mit einem Raketenantrieb), dann müßte das Universum ja weiterwachsen, demnach ist es nicht endlich.
    Es gibt da ja keine Mauer, bei dem die Objekte abprallen.
    Warum sollte das Universum also endlich sein?
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