Evolutionstheorie der Menschheit - SciFi-Forum

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Evolutionstheorie der Menschheit

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Zitat von Halman Beitrag anzeigen
    Also sollte man den Alltagsbegriff "Rasse" durch Ethnie austauschen. - Aber wer spricht denn so? Gut, der Begriff der ethinischen Gruppen ist mir vertraut. Aber um künftig nicht mehr Rasse zu sagen, müsste ich mich schon sehr konzentrieren.
    Es ist ähnlich wie mit dem Wort Negerkuss. Stattdessen sollte man Schokokuss sagen, aber das erste Unwort ist einfach in meinen Unterbewusstsein abgespeichert, weil ich es so als Kind gelernt habe.
    Auch ist es immer noch üblich, Zigeunersalat zu verkaufen, aber Zigeuner darf man nicht mehr sagen.
    Als korrekt gilt hingegen, von Sinti und Roma zu sprechen, wobei die Benennung dieser beiden Volksgruppen kleinere Volksgruppen, wie die Manusch oder Kalé, welche ebenfalls unter dem abwertenden Begriff Zigeuner zusammengefasst wurden, diskriminiert.
    Geschichte der Zigeuner » Die Zigeuner
    Wo sagt man denn bitte im Alltag Rasse außer wenn man von Tieren spricht? Ich kann mir jetzt keinen konkreten Fall vorstellen indem ich dieses Wort irgendwie anderweitig gebrauchen würde .
    Ach, und was ist eigentlich Zigeunersalat?
    Anstatt Negerkuss sage ich Mohrenkopf, aber das ist ja, wie ich hier gelernt habe, auch nicht politisch korrekt.



    Also wenn ich diese Nachrichten von dem ganzen Terror hören, dann lässt mich das einfach kalt. Viellicht bin ich von Natur aus sehr gefühlskalt oder es ist schon Überdruss an solchen Nachrichten.
    Ich weiß nicht, ich sage dann zwar immer "oh wie schrecklich" aber berühren tut mich das nicht wirklich, eigentlich ist mir das sogar egal.

    Kommentar


      Zitat von newman Beitrag anzeigen
      @Enas Yorl
      Wie wird die Einteilung außerhalb der Tierzucht bei Biologen denn gesehen?
      Vom Begriff "Rasse", hat man sich in der Biologie eigentlich mittlerweile verabschiedet. Man spricht heute von einer Unterart oder Subspezies, um Gruppen von ähnlichen Individuen einer Art, die eindeutig gegen andere Gruppen abgrenzbar sind zu unterscheiden. Wobei eine wirklich scharfe Abgrenzung, auch bei Tieren mitunter recht schwierig ist, da im Überlappungsbereich ihrer Verbreitungsgebiete diese mitunter durch Übergangspopulationen miteinander verbunden sind. Der Homo sapiens ist wie genetische Analysen gezeigt haben, wohl eine globale Übergangspopulation. Weshalb seine Einteilung in Rassen ein ziemlich sinnfreier Prozess ist.
      Grundsätzlich ist die Definition von Rasse/Unterart/Subspezies ein künstliches Kriterium. Man muss sich kritisch fragen, in welchen Kontext eine solche Einteilung innerhalb einer Art überhaupt sinnvoll ist.

      Zitat von Halman Beitrag anzeigen
      Also sollte man den Alltagsbegriff "Rasse" durch Ethnie austauschen. - Aber wer spricht denn so? Gut, der Begriff der ethinischen Gruppen ist mir vertraut. Aber um künftig nicht mehr Rasse zu sagen, müsste ich mich schon sehr konzentrieren.
      Wer nimmt den in Deutschland noch das Wort Rasse (in Bezug auf Menschen) in den Mund? Soweit ich das in Erinnerung habe, wird dieser Begriff doch nach Möglichkeit vermieden.
      Im übrigen führt der Begriff "Rasse" in einer gesellschaftspolitischen Diskussion (Threadthema), nur zu falschen Schlussfolgerungen. Ein Afroamerikaner und ein Nigerianer die beide in Deutschland leben, mögen nach altvorderen Vorstellungen zwar der gleichen "Rasse" angehören, kommen jedoch beide aus unterschiedlichen Kulturen. Hier besteht dann schnell die Gefahr, das man beide verallgemeinernd in den gleichen Topf wirft. Bei einen gesellschaftspolitischen Thema, sollte man sich schon eher auf die sozialen und kulturellen Punkte konzentrieren.
      Zuletzt geändert von Enas Yorl; 26.12.2011, 15:46.
      Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
      Dr. Sheldon Lee Cooper

      Kommentar


        Zitat von Normandy Beitrag anzeigen
        Ach, und was ist eigentlich Zigeunersalat?
        Zigeunersalat / Marions Kochbuch

        Gibt es bei mir üblicherweise in den Supermärkten.

        Zitat von Normandy Beitrag anzeigen
        Anstatt Negerkuss sage ich Mohrenkopf, aber das ist ja, wie ich hier gelernt habe, auch nicht politisch korrekt.
        Das Wort Mohrenkopf kenne ich gar nicht. Warum ist das den politisch inkorrenkt?

        Zitat von Enas Yorl Beitrag anzeigen
        Wer nimmt den in Deutschland noch das Wort Rasse (in Bezug auf Menschen) in den Mund? Soweit ich das in Erinnerung habe, wird dieser Begriff doch nach Möglichkeit vermieden.
        Dann werde ich in Zukunft mal genauer darauf achten. Ich wette, dass ich diesen Begriff in der Alltagssprache ab und an hören werde.

        Zitat von Enas Yorl Beitrag anzeigen
        Im übrigen führt der Begriff "Rasse" in einer gesellschaftspolitischen Diskussion (Threadthema), nur zu falschen Schlussfolgerungen. Ein Afroamerikaner und ein Nigerianer die beide in Deutschland leben, mögen nach altvorderen Vorstellungen zwar der gleichen "Rasse" angehören, kommen jedoch beide aus unterschiedlichen Kulturen. Hier besteht dann schnell die Gefahr, das man beide verallgemeinernd in den gleichen Topf wirft. Bei einen gesellschaftspolitischen Thema, sollte man sich schon eher auf die sozialen und kulturellen Punkte konzentrieren.
        Da hast Du völlig recht. In der Vergangenheit wurden ja auch alle schwarzen Menschen in einen Topf geworfen, ebenso wie die amerikanischen Ureinwohner.

        Zitat von newman Beitrag anzeigen
        Ja, Afrika ist echt ein trauriger Kontinent. Konflikte wohin das Auge schaut, nicht selten ethnisch oder religiös ausgetragen.
        Dass in vielen Ländern Christen so stark verfolgt werden ist echt eine Schande. Da könnte ich noch ein paar mehr Geschichten zu erzählen. Umso froher bin ich darüber, dass hierzulande Glaubensfreiheit herrscht.
        Darüber bin ich auch froh. Obwohl ich Zweifel daran habe, dass hier die Religion wirklich in dem Vordergrund stand. Jedenfalls wurde im TV behauptet, dass es vorwiegend um machtpolitische Interessen ging. Aber vielleicht wurde dies auch nur betont, weil es politisch korrekt ist, es so darzustellen.
        Zuletzt geändert von Halman; 26.12.2011, 22:08.

        Kommentar


          Über Begriffe der Art, Rasse und Unterart

          Zu den Begriff Rasse habe ich mal ein bischen befragt und nun bin ich .
          So habe ich z.B. dies hier gefunden (diese Definition gibt im Grunde das wieder, was ich bis vor kurzem als "richtig" im Kopf gespeichert hatte):
          Rasse/Rassismus:
          (franz.) Rasse ist ein biologischer Begriff, der darauf verweist, dass es von einer Spezies oder Gattung (z.B. dem Menschen) mehrere verschiedene Arten oder Rassen gibt, die sich durch vererbliche äußerliche Merkmale unterscheiden lassen. Der (politische, soziale) Rassismus nimmt diese äußerlichen Merkmale auf, überhöht sie in bezug auf die eigene Rasse und wertet sie in bezug auf andere Rassen ab; er fördert damit das Überlegenheitsgefühl und erzeugt Vorurteile, Ablehnung und Feindseligkeit gegenüber anderen Rassen. Alle Formen des Rassismus übersehen (bzw. leugnen), dass 1) die Spezies Mensch zwar über bestimmte erblich erworbene Anlagen verfügt, die aber immer in der (politischen, sozialen, ökonomischen) Umwelt geformt werden und 2) die Unterschiede innerhalb einer Rasse größer sind, als die Unterschiede zwischen den Rassen.
          Zitat aus diesem Link Rasse/Rassismus - Lexikon

          ... Unterschiede zwischen den Rassen? Ist Formulierung (die immerhin aus einem Lexikon stammt) nicht hinfällig?

          Hier wurde ja ausgesagt, dass der Begriff Rasse im Grunde gleichzusetzen sei mit Spezies bzw. Art. Aber soweit ich Wikipedia verstanden habe, bezieht sich das Wort Rasse nur umgangssprachlich auf Art und meint eigentlich Unterart.
          Was ist eine Unterart? Lässt sich die Art/Spezies Mensch in Unterarten unterteilen?
          Ist bzw. der Neandertaler eine andere Art oder eine andere Unterart?

          Biologie ist leider nicht so mein Gebiet.

          Aber wie dem auch sei: Rassismus hat KEINE vernünftige Grundlage und ist daher nicht nur schlecht, sondern auch dumm!

          Kommentar


            Vielleicht wäre es klüger die ganze Diskussion zur Definition des Begriffs Rasse, in einen eigenen Thread auszulagern. Ist ohnehin ziemlich offtopic, und in Bezug auf das Threadthema kann das auch jemand missverstehen.

            Zitat von Halman Beitrag anzeigen
            Hier wurde ja ausgesagt, dass der Begriff Rasse im Grunde gleichzusetzen sei mit Spezies bzw. Art.
            Tatsächlich, ist mir entgangen.

            Zitat von Halman Beitrag anzeigen
            Aber soweit ich Wikipedia verstanden habe, bezieht sich das Wort Rasse nur umgangssprachlich auf Art und meint eigentlich Unterart.
            Ja, allerdings verwendet heute nur noch die Tierzucht den Begriff.

            Zitat von Halman Beitrag anzeigen
            Was ist eine Unterart?
            Gruppen von ähnlichen Individuen einer Art, die eindeutig gegen andere Gruppen abgrenzbar sind. Wobei sich auch die wissenschaftliche Biologie schwer tut, allgemeingültige Definitionen für die Kategorien Art und Unterart zu finden.
            Die Evolution hat auf der Erde eine sehr komplexe Biosphäre hervorgebracht, diese lässt sich nicht derart klar in Kategorien einteilen, wie man es z.B. aus der Physik kennt. Man muss sich bewusst machen, dass das System der biologischen Systematik, nicht naturgegeben ist, sondern künstlich vom Menschen definiert.

            Zitat von Halman Beitrag anzeigen
            Lässt sich die Art/Spezies Mensch in Unterarten unterteilen?
            Kommt darauf an ob man das will, welche Kriterien soll man den dafür definieren? Und vor allen, welchen Sinn soll den solch eine Unterteilung beim Menschen haben?

            Zitat von Halman Beitrag anzeigen
            Ist bzw. der Neandertaler eine andere Art oder eine andere Unterart?
            Zeitweise wurde der Neandertaler nicht als eigene Art angesehen, sondern als Unterart von Homo sapiens; er stand seinerzeit als Homo sapiens neanderthalensis neben dem modernen Menschen, der damals Homo sapiens sapiens genannt wurde (geklaut bei Wikipedia). Heute gilt er als eigene Art (Homo neanderthalensis).
            Zuletzt geändert von Enas Yorl; 28.12.2011, 02:49.
            Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
            Dr. Sheldon Lee Cooper

            Kommentar


              Zitat von Halman Beitrag anzeigen
              Zu den Begriff Rasse habe ich mal ein bischen befragt und nun bin ich .
              So habe ich z.B. dies hier gefunden (diese Definition gibt im Grunde das wieder, was ich bis vor kurzem als "richtig" im Kopf gespeichert hatte):

              Zitat aus diesem Link Rasse/Rassismus - Lexikon

              ... Unterschiede zwischen den Rassen? Ist Formulierung (die immerhin aus einem Lexikon stammt) nicht hinfällig?
              Hat es einen Grund dass Du zur Klärung einer biologischen Frage ein Lexikon der Bundeszentrale für politische Bildung konsultierst? Ich mein, wenn ich etwas über den Mensch wissen will und ein medizinisches Lexion nehme werde ich nur über einen Aspekt informiert. Andere Aspekte werden nur angeschnitten oder gar nur laienhaft besprochen!

              Kommentar


                Jaja, Taxonomie ist schon ein schwieriges Geschäft. Biowissenschaftler können ewig darüber streiten, wie man nun am besten sortiert.

                Der Rassen-Begriff ist mehr oder weniger synonym zur Unterart. Benutzt wird er heute in der Biologie praktisch nicht mehr. Mehr oder weniger traditionell kommt er noch bei domestizierten Tier- und Pflanzenzüchtungen vor.

                Was als Gattung, Art oder Unterart zu definieren ist, unterliegt immer einer gewissen Willkür. Um Individuen nach Merkmalsähnlichkeiten objektiv in "Cluster" einordnen zu können, bedient man sich mathematischer Verfahren, bei der es auf interne Kohäsion und externe Isolation der Merkmale ankommt.
                Dummerweise werden "Menschenrassen" vor allem nach der Hautfarbe unterschieden. Das ist aber ein Merkmal, das starkem Selektionsdruck unterliegt und daher relativ rasch evolutionär angepasst wird. EInige wenige zehntausend Jahre reichen da schon.
                Homo sapiens ist ausgesprochen mobil, daher ist der genetische Austausch zwischen verschiedenen Populationen recht hoch. Daher konnten sich einfach keine Unterarten entwickeln, die ausreichend intern kohärent sind und extern isoliert.

                Zitat von Halman
                Zitat aus diesem Link Rasse/Rassismus - Lexikon

                ... Unterschiede zwischen den Rassen? Ist Formulierung (die immerhin aus einem Lexikon stammt) nicht hinfällig?
                Das, was da im Lexikon steht, ist jedenfalls nicht Stand der Biowissenschaft. Rasse mit Art und Spezies mit Gattung gleich zu setzen, ist jedenfalls falsch.

                Hier wurde ja ausgesagt, dass der Begriff Rasse im Grunde gleichzusetzen sei mit Spezies bzw. Art. Aber soweit ich Wikipedia verstanden habe, bezieht sich das Wort Rasse nur umgangssprachlich auf Art und meint eigentlich Unterart.
                Was ist eine Unterart? Lässt sich die Art/Spezies Mensch in Unterarten unterteilen?
                Wie Enas schon sagte, ist der Begriff mehr oder weniger willkürlich. Weniger willkürlich bei geographisch stark abgeschiedenen Populationen, die lokal angepasst sind und sich relativ stark von anderen Populationen derselben Art unterscheiden lassen.

                Ist bzw. der Neandertaler eine andere Art oder eine andere Unterart?
                Das schwankt so hin und her. Momentan hat er den Status einer eigenen Art, aber da er mit Homo sapiens vermutlich Fortpflanzungsfähig war, ist das zumindest umstritten.
                Evolution erzeugt nunmal fließende Übergänge und die scharfen Kategorien des taxonomischen Systems werden dem nicht gerecht.
                Daher ist auch die Grundtypentheorie als Alternative zur Evolutionstheorie, die von Kreationisten ins Feld geführt wird, völlig zum Scheitern verurteilt.

                Zitat von Thomas W Riker
                Wenn der Ausbruch des Supervulkans Toba vor 74.000 Jahren zu einem "genetischen Flaschenhals" von ca 10.000 Menschen geführt hat (die These ist umstritten, s. Thread in Technik&Wissenschaft), dann ist es nicht verwunderlich, dass 2 beliebige Menschen, von wo auch immer stammend, genetisch zu 99,9% übereinstimmen. Die wenigen Tausend Generationen seit dem "Flaschenhals" reichen einfach nicht zu mehr Mutationen.
                Es gibt natürlich schon eine ganze Menge Mutationen. Mit jeder sexuellen Reproduktion entstehen ca. 20 bis 30 neue Mutationen. Macht bei 7 Mia. Menschen zur Zeit ca. 140 Milliarden genetische Mutationen. Bei 3 Mia Basenpaaren hätte allein die aktuelle Weltbevölkerung schon einen gewaltigen Pool an Mutationen.
                Die Frage ist aber vielmehr, welche dieser Mutationen werden fixiert, also setzen sich bei den Nachfahren einer Population so durch, das alle Angehörigen dieser Population diese Mutation geerbt haben.

                Kommentar


                  @newman
                  Oh - da habe ich was angerichtet. Entschuldigung und danke für diesen Nachbar-Thread.

                  Zitat von Enas Yorl Beitrag anzeigen
                  Tatsächlich, ist mir entgangen.
                  Dann schau bitte mal hier:
                  Zitat von Thomas W. Riker Beitrag anzeigen
                  Zur Begriffsklärung:
                  Art, Spezies und Rasse sind Synonyme.
                  Unterart und Subspezies sind dies auch.
                  Das Wort "Unterrasse" hätte für mich einen widerlichen Nebengeschmack wie der Nazi-Begriff "Untermensch".
                  (Hervorhebung durch mich)

                  Zitat von Enas Yorl Beitrag anzeigen
                  Ja, allerdings verwendet heute nur noch die Tierzucht den Begriff.
                  Und viele Menschen in der Alltagssprache.

                  Zitat von Enas Yorl Beitrag anzeigen
                  Man muss sich bewusst machen, dass das System der biologischen Systematik, nicht naturgegeben ist, sondern künstlich vom Menschen definiert.
                  Ja, wobei der althergebrachte sprachliche Gebrauch lange vor den modernen Kenntnissen über Mikrobiologie entwickelt wurde.

                  Zitat von Enas Yorl Beitrag anzeigen
                  Kommt darauf an ob man das will, welche Kriterien soll man den dafür definieren? Und vor allen, welchen Sinn soll den solch eine Unterteilung beim Menschen haben?
                  Dies ist in der Tat eine berechtigte Frage. Mir geht es hier auch nicht um eine individuelle Eigensinnigkeit, vielmehr darum, wie denn die offizielle sprachliche Anwendung der Begriffe ist. Aufgrund der Diskussion musste ich nämlich feststellen, dass ich darin Nachholbedarf habe und wenn ich mich korrigiere, dann will ich auch wissen warum und sicher gehen, dass die Korrektur auch richtig ist.

                  Zitat von Enas Yorl Beitrag anzeigen
                  Zeitweise wurde der Neandertaler nicht als eigene Art angesehen, sondern als Unterart von Homo sapiens; er stand seinerzeit als Homo sapiens neanderthalensis neben dem modernen Menschen, der damals Homo sapiens sapiens genannt wurde (geklaut bei Wikipedia). Heute gilt er als eigene Art (Homo neanderthalensis).
                  Also, ich hatte früher mal gelernt, dass der Homo erectus der Vorfahre des Homo sapiens war. Aber was soll denn ein Homo sapiens sapiens sein? (Klingt irgendwie bescheuert.) Gibt es etwa doch verschiedene Unterarten des Homo sapiens?

                  Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
                  Hat es einen Grund dass Du zur Klärung einer biologischen Frage ein Lexikon der Bundeszentrale für politische Bildung konsultierst?
                  Nein, einen besonderen Grund hat das nicht. Diesen Google-Fund hatte ich rausgesucht, weil er meinen veralteten Wissensstand entspricht. Somit wissen nun alle, wovon ich ausging.

                  Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                  Das, was da im Lexikon steht, ist jedenfalls nicht Stand der Biowissenschaft. Rasse mit Art und Spezies mit Gattung gleich zu setzen, ist jedenfalls falsch.
                  Man sollte doch meinen, dass ein Lexikon zuverlässige Informationen vermittelt. Aber ich denke, dass ich Dir hier mehr vertrauen kann.

                  Danke für Deine fachkundige Erklärung, Dannyboy.

                  Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                  Wie Enas schon sagte, ist der Begriff mehr oder weniger willkürlich. Weniger willkürlich bei geographisch stark abgeschiedenen Populationen, die lokal angepasst sind und sich relativ stark von anderen Populationen derselben Art unterscheiden lassen.
                  Könnte man dann nicht die Aborigines als Rasse/Unterart des Homo sapiens ansehen, oder wäre dies falsch?

                  Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                  Das schwankt so hin und her. Momentan hat er den Status einer eigenen Art, aber da er mit Homo sapiens vermutlich Fortpflanzungsfähig war, ist das zumindest umstritten.
                  Früher hatte ich mal gelernt, dass der Neandertaler eine Art "Halbaffe" und das Bindeglied zwischen Homo erectus und Homo sapiens sei (zwischen Neandertaler und Homo sapiens kam noch der sog. Chromagon-Mensch (ein Homo sapiens?).
                  Aber später erfuhr ich, dass der Neandertaler vielmehr ein Mensch war, gewissermaßen ein Verwandter des Homo sapiens und kein Bindeglied.

                  Persönlich vermute ich, dass es sich schlicht um eine uralte Menschen-Rasse des Homo sapiens handelt, aber ich mag mich irren.

                  Kommentar


                    Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                    @newman
                    Und viele Menschen in der Alltagssprache.
                    In der englischen Alltagssprache wird es noch manchmal verwendet.
                    Aber im Deutschen habe ich es noch nie von jemandem gehört. Vor dem Hintergrund der nationalzozialistischen Rassenlehre ist es m.E. aus dem normalen Sprachgebrauch verschwunden. Jedenfalls habe ich es im Deutschen noch nie von jemandem gehört, der nicht irgendeine politisch motivierte Rassenlehre als Hintergedanke hat.

                    Kommentar


                      Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                      Und viele Menschen in der Alltagssprache.
                      Mit der Alltagssprache ist es so eine Sache.



                      Also, ich hatte früher mal gelernt, dass der Homo erectus der Vorfahre des Homo sapiens war. Aber was soll denn ein Homo sapiens sapiens sein? (Klingt irgendwie bescheuert.) Gibt es etwa doch verschiedene Unterarten des Homo sapiens?
                      Nein, keine rezenten, also bis heute überlebenden. Und solange man den Neandertaler als eigene Art betrachtet, hat es auch keine Unterarten gegeben.

                      Man sollte doch meinen, dass ein Lexikon zuverlässige Informationen vermittelt. Aber ich denke, dass ich Dir hier mehr vertrauen kann.

                      Danke für Deine fachkundige Erklärung, Dannyboy.
                      Ich berufe mich da auf "Evolutionary Biology" von Pontarotti.

                      Könnte man dann nicht die Aborigines als Rasse/Unterart des Homo sapiens ansehen, oder wäre dies falsch?
                      Das kommt darauf an, wie viel Unterschied man als maßgeblich erachtet. Je weniger Unterschied, desto mehr Unterarten.
                      Sicher haben sich die Agoriginals vor 60.000 Jahren isoliert und sind damit besonders stark von den Afrikanern zu unterscheiden. Wie die eurasischen Ethnien (z.B. wir) weisen die Aboriginals auch Anteile von Neandertaler-Erbgut (was es in Afrika nicht gibt) und das der Denisova-Menschen (was bei den modernen Asiaten nicht auftritt) auf.

                      Das Spektrum des Regenbogens reicht von einer Wellenlänge von 350 bis 750 nm und wird traditionell in 7 Farben unterteilt. Aber man könnte es auch beliebig anders unterteilen.

                      Die Frage ist aber nicht nur rein wissenschaftlich zu beantworten, sondern beinhaltet auch eine bioethische Komponente.
                      Möchte man die Menschen in Unterarten unterteilen?

                      Früher hatte ich mal gelernt, dass der Neandertaler eine Art "Halbaffe" und das Bindeglied zwischen Homo erectus und Homo sapiens sei (zwischen Neandertaler und Homo sapiens kam noch der sog. Chromagon-Mensch (ein Homo sapiens?).
                      Aber später erfuhr ich, dass der Neandertaler vielmehr ein Mensch war, gewissermaßen ein Verwandter des Homo sapiens und kein Bindeglied.
                      Der Neandertaler hat sich nicht zum Homo sapiens weiter entwickelt, sondern hat sich unabhängig von Homo sapiens und parallel von Homo erectus als gemeinsamen Vorfahren entwickelt.

                      Aber das was wir über unsere Abstammung wissen, ist sehr lückenhaft und da ist noch genug Platz für so manche Verzweigung und Entwicklungsschleife.
                      Mit der Evolution ist es so eine Sache. Je genauer man hinschaut, desto erratischer und zufälliger wird das Bild.

                      Persönlich vermute ich, dass es sich schlicht um eine uralte Menschen-Rasse des Homo sapiens handelt, aber ich mag mich irren.
                      Ja. Neandertaler gab es lange vor Homo sapiens. Sie entsprechen eher einer früheren Abzweigung des Homo erectus-Astes.

                      Kommentar


                        Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                        Also, ich hatte früher mal gelernt, dass der Homo erectus der Vorfahre des Homo sapiens war. Aber was soll denn ein Homo sapiens sapiens sein? (Klingt irgendwie bescheuert.) Gibt es etwa doch verschiedene Unterarten des Homo sapiens?
                        Homo Sapiens Sapiens ist eine veraltete Bezeichnung für uns Menschen, die analoge Bezeichnung für den Neandetaler war Homo Sapiens Neandertalensis.
                        Aus irgendeinenm Grund fiel jeweils das Mittlere Sapiens weg.
                        Da es allerdings immer mehr Nachweise gibt, das der Neandertaler keineswegs dumm war und möglicherweise sogar sprechen konnte, finde ich die alte Bezeichnung gar nicht so schlecht.
                        MMn könnte man vereinfacht sagen, dass der Neandertaler und der Moderne Mensch zwei "Rassen" im biologischen Sinn sind, während es innerhalb der beiden Gruppen keine Rassen gibt.
                        Zuletzt geändert von Marschall Q; 28.12.2011, 21:10.

                        Kommentar


                          Zitat von Marschall Q Beitrag anzeigen
                          Homo Sapiens Sapiens ist eine veraltete Bezeichnung für uns Menschen, die analoge Bezeichnung für den Neandetaler war Homo Sapiens Neandertalensis.
                          Aus irgendeinenm Grund fiel jeweils das Mittlere Sapiens weg.
                          Nein, das mittlere viel nicht weg.
                          Das taxonomische Binärsystem nach Linne führt zuerst den Gattungsnamen auf: Homo
                          Dann folgt eben zur Unterteilung einer Gattung in Arten ein Attribut: sapiens
                          Sollte eine weitere Unterteilung in Unterarten notwendig sein, folgt ein drittes Attribut: sapiens oder neandertalensis.
                          Das galt, als man annahm, das der Neandertaler eine Unterart der Spezies Homo sapiens sei.
                          Da man momentan aber den Neandertaler als eigene Art betrachtet, stehen Homo sapiens und Homo neandertalensis parallel im Stammbaum der Gattung Homo.




                          MMn könnte man vereinfacht sagen, dass der Neandertaler und der Moderne Mensch zwei "Rassen" im biologischen Sinn sind, während es innerhalb der beiden Gruppen keine Rassen gibt.
                          Das kann man nicht sagen, weil man im biologischen Sinn nicht mehr von Rassen, sondern von Arten oder Spezies spricht.

                          Kommentar


                            Wenn bei einer Unterart der zweite Namensteil doppelt genannt wird, ist das die Nominatform, die normalerweise zuerst wissenschaftlich beschrieben wird.
                            Ich nehme hier als Beispiel den Halsbandsittich (Psittacula krameri)
                            Die Nomiantform ist der afrikanische Halsbandsittich (Psittacula krameri krameri; Scopoli 1769).
                            Neben dieser Unerart gibt es auch
                            den Abessinischen H. (P. k. parvirostris, Souancé 1856),
                            den Neumanns H. (P.k. borealis, Neumann 1915) und
                            den indischen H. (P.k. manillensis, Bechstein 1800).
                            Das merkwürdige daran ist, dass der letztere eigentlich zuerst schon in der Antike (!) beschrieben wurde (Feldzug Alexanders d. Gr.) und von daher die Nominatform sein müsste.
                            Die Selbstbezeichnung Homo sapiens sapiens ist eine Namensgebung nach dem Motto "der Sieger hat immer recht".
                            Wenn sich die Neanderthaler gegen "uns" durchgesetzt hätten,
                            wäre die Bezeichnung für "uns" Homo Neanderthalensis Sapiens.
                            Slawa Ukrajini!

                            Kommentar


                              @ Dannyboy: Ach so!
                              Danke für die Richtigstellungen, bin kein Biologe.

                              EDIT: Dann werde ich mal anfangen die Begriffe Art und Spezies zu verwenden (was ich im SciFi-Bereich sowieso schon tue)
                              Zuletzt geändert von Marschall Q; 28.12.2011, 15:48.

                              Kommentar


                                Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                                Und viele Menschen in der Alltagssprache.
                                Konnte ich im deutschen Sprachraum so nicht beobachten.

                                Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                                Ja, wobei der althergebrachte sprachliche Gebrauch lange vor den modernen Kenntnissen über Mikrobiologie entwickelt wurde.
                                Der althergebrachte Gebrauch von "Rasse" beim Menschen, ist spätestens seit dem Aufkommen von Theorien über die Ungleichheit der menschlichen Rassen im 19. Jahrhundert, negativ belegt.

                                Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                                Dies ist in der Tat eine berechtigte Frage. Mir geht es hier auch nicht um eine individuelle Eigensinnigkeit, vielmehr darum, wie denn die offizielle sprachliche Anwendung der Begriffe ist. Aufgrund der Diskussion musste ich nämlich feststellen, dass ich darin Nachholbedarf habe und wenn ich mich korrigiere, dann will ich auch wissen warum und sicher gehen, dass die Korrektur auch richtig ist.
                                Die Humanbiologie unterteilt den Menschen nicht in Subspezies, wenn es also die Biologie nicht für nötig hält, warum sollte man es sonst tun? Ich würde eigentlich sagen, das es in Deutschland überhaupt keine offizielle sprachliche Anwendung des Begriffes Rasse auf dem Menschen mehr gibt. Etwas anders sieht es in den USA (Race und Ethnie beim United States Census) aus.
                                Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                                Dr. Sheldon Lee Cooper

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X