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Stuttgart 21 - Wie sich Politik selbst demontiert

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    Es ist wirklich der Brüller. Es sieht danach aus, als würden sie es nicht schaffen, bis Ende Februar die Baumfäll- oder -umsetzarbeiten über die Bühne zu bekommen. Warum? Bei allem Geschrei "wir müssen endlich bauen, wir wollen endlich bauen" hat die DB es in 15 Monaten nicht geschafft, die dafür nötigen Genehmigungen einzuholen.

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    Es fehlen insbes. sämtliche Pläne über die zu verlegenden Rohre. Das Urteil über die Artenschutzmaßnahmen des EBA steht auch noch aus. Selbst wenn das EBA die Arbeiten freigibt, wird der BUND wieder klagen. Und die DB hat nicht einmal mehr acht Wochen Zeit. Das würde bedeuten: Baustopp bis 1. Oktober.

    Die Projektpartner zeigen sich angesichts dieses Szenarios zum Jahresbeginn einigermaßen fassungslos, kommentieren wollen Stadt und Land die Versäumnisse aber nicht. Die Landesregierung gebe keine Stellungnahme ab, sagt der Regierungssprecher Rudi Hoogvliet. Beim Finanzministerium heißt es: „Wenn die Bahn auf das Gelände will, muss sie nachweisen, dass sie es darf. Nur dann wird der Gestattungsvertrag abgeschlossen.“
    Ja, wieder so ein Beispiel für das bestgeplante Projekt.

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      Zitat von Slowking Beitrag anzeigen
      Ah in der pdf ist ein schönes Bild wo die unterirdischen Gleise bei der Kombilösung liegen würden. Kein zusätzlicher Fußweg:
      Trotzdem könnte man in so einem Bahnhof keinen ITF oder ähnliches realisieren, da es sogenannte Mindestumsteigezeiten gibt.

      Die werden nicht nur anhand der reinen Wegstrecke sondern auch danach berechnet, ob Treppen etc. dazwischen liegen.

      So ist es in größeren Bahnhöfen in Deutschland nicht möglich bestimmte Umsteigeverbindung zu kreieren, bei denen Umstiege von weniger als 7 Minuten benötigt werden, sodass eine ganze Latte an Reiseverbindungen nicht existent sind, obwohl sie theoretisch funktionieren würden.

      Rein betrieblich ist die Kombilösung ok, da die Fernzüge beschleunigt werden und der Bahnhof einen größeren Durchsatz als ein reiner Kopf- oder selbst auch ein reiner Durchgangsbahnhof hat. Dazu kommt eine größere Momentankapazität.

      Für die Fahrgäste muss das aber nicht immer ein Vorteil sein.
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      Even logic must give way to physics. / Sogar die Logik muss sich der Physik beugen. -- Captain Spock, 2293

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        Zitat von McWire Beitrag anzeigen
        Trotzdem könnte man in so einem Bahnhof keinen ITF oder ähnliches realisieren, da es sogenannte Mindestumsteigezeiten gibt.

        Die werden nicht nur anhand der reinen Wegstrecke sondern auch danach berechnet, ob Treppen etc. dazwischen liegen.
        Ich weiß jetzt nciht was das mit nem ITF zu tun hat. Die Fernzüge würde die Bahn doch sowieso nie mit einbeziehen, denn die Bahn will die doch so schnell wie möglich durchschleusen.
        Aber auch eine Treppe und/oder Rampen werden ja wohl kaum mehr als eine Minute Aufschlag auf Umstiegszeiten bedeuten. Hast du denn mal irgendwo ne Regelung wieviel Aufschlag eine Treppe bedeutet?

        Nebenbei bei einem 8 gleisigen Tiefbahnhof müssen die Fahrgäste immer 2 Treppen, eine hoch auf die Überführung und eine wieder runter zum anderen Gleis, bewältigen. Das ist also noch schlechter. udem können dort die Züge nicht auf Anschlusseisende warten, da das den ganzen Bahnhof ins Chaos stürzen würde. Wir haben ja gesehn wie eng da geplant wurde.
        Zuletzt geändert von Slowking; 07.01.2012, 15:56.
        Disclaimer: Meine Post sind meist nicht als Absolute zu vestehen, sondern sollen nur einen weiteren Blickwinkel bieten.
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        "The man who trades freedom for security does not deserve nor will he ever receive either." - Benjamin Franklin

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          Zitat von Slowking Beitrag anzeigen
          Ich weiß jetzt nciht was das mit nem ITF zu tun hat. Die Fernzüge würde die Bahn doch sowieso nie mit einbeziehen, denn die Bahn will die doch so schnell wie möglich durchschleusen.
          Das stimmt so pauschal nicht. Beispielsweise war meine Stammstrecke, die ICE-Linie 50 Wiesbaden-Frankfurt-Erfurt-Leipzig-Dresden zwischen 2000 und 2004 um 15 min schneller als heute.

          Ende 2004 hat man dann den stündlichen Korrespondenzanschluss zur Linie 28 München-Nürnberg-Jena-Leipzig-Berlin-Hamburg eingeführt, nachdem man beide Linien auf Stundentakt verdichtet hat. Dadurch wurden beide Linien um ungefähr 15 respektive 20 min langsamer, damit man die Ankunftszeiten in Leipzig synchronisieren konnte.

          Das ist ein Vorläufer eine ITF in Mitteldeutschland. Die DB ist schon an kürzest mögliche Anschlüsse im Fernverkehr interessiert, selbst wenn diese zulasten der Fahrzeit gehen.

          Es gibt noch mehr Relationen, auf denen die Fahrzeit gestreckt wurde, um noch Anschlüsse mitnehmen zu können, aber auf der Mitte-Deutschland-Verbindung wars am extremsten.

          Zitat von Slowking Beitrag anzeigen
          Aber auch eine Treppe und/oder Rampen werden ja wohl kaum mehr als eine Minute Aufschlag auf Umstiegszeiten bedeuten. Hast du denn mal irgendwo ne Regelung wieviel Aufschlag eine Treppe bedeutet?
          Die bahninternen Unterlagen habe ich nicht. Aber ich weiß aus Erfahrung mit dem Reisenden-Informations-System (kurz RIS), dass beispielsweise in Frankfurt die Übergänge zur S-Bahn mit 2 Minuten Aufschlag berechnet werden.
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            Kein Plan ob das jetzt hier her gehört


            BW ist Verkehrstechnisch nun Pleite und kann sich um die Sanierung / Ausbau des Straßennetzes nur noch bedingt kümmern

            Ich schließe daraus das das Land sich in den letzten Jahren übernommen hat. da ist es doch Wahnsinn diesen Bahnhof zu bauen

            Schade das das vor dem Volksentscheid nicht öffentlich bekannt war, Intern ja wohl schon, denk ich mir mal
            Und manchmal denk ich mir, ich sollte mir die Ruhe und
            Nervenstärke von einem Stuhl
            zulegen.
            Der muß auch mit jedem Arsch klarkommen!

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              Stuttgart 21: Bahn lässt in nächtlicher Aktion Bäume fällen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

              Die Bahn schafft nun fakten ,umso weiter der Bau geht um so unwahrscheinlicher wird ein abbruch des Projektes .

              Kommentar


                Die Bahn ist eifrig dran, das Projekt zu Fall zu bringen, und wird, wenn sie so weiter macht, das zweifellos auch noch schaffen. Sie hat sich ersteinmal auf unbestimmte Zeit einen Baustopp beschert.

                Stuttgart 21: Der Abriss des Südflügels ruht - Stuttgart 21 - Stuttgarter Zeitung

                Nachdem sie vor zwei Wochen beinahe das Dach der bestehenden Gleishalle eingerissen haben, sind die Gleise 15 und 16 erst einmal stillgelegt. Größere Beeinträchtigungen des Zugverkehrs gäbe es nicht, weil man die Züge auf andere Gleise umleitet (deshalb muss man unbedingt den Bahnhof abreissen. Wie man sieht, reichen die Kapazitäten nicht).

                Dazu keine Genehmigung und Probleme mit dem Grundwassermanagement, Stadtbahnröhre kann nicht gebaut werden, weil der Tiefbahnhof im Weg ist, auf der anderen Seite steht der Neubau des Innenministeriums im Weg, was die DB Projektbau natürlich unmöglich vorher erkennen konnte... halt das bestgeplante Projekt.

                Ob es Wochen oder Monate dauert, bis die Arbeiten weitergehen, weiß die Bahn nicht.
                Zuletzt geändert von Chloe; 05.04.2012, 09:24.

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                  Macht doch nix, der Kefer hat die Fertigstellung wegen der Probleme mit dem Grundwassermanagement neulich erst um ein Jahr auf Ende 2020 verschoben

                  Interessant ist auch, dass der Bahnhof anscheinend mal für 30 Züge geplant war, jetzt aber für deutlich mehr ausreichen soll: Dokumente belegen: Stuttgart 21 immer nur für 30 Züge geplant

                  Kommentar


                    Ja, das passt doch zu allem, was Palmer, sma-Gutachten und Stresstest sagen. Von wegen "der neue Bahnhof kann doppelt so viel". Er war von vornherein auf 30 Prozent weniger Kapazität ausgelegt. Gleichzeitig erzählte man den Leuten, spätestens 2010 sei der Kopfbahnhof an der Grenze. Jetzt fahren sie mit zwei Gleisen weniger ohne Problem.

                    Schlimmer ist allerdings dieses hier:
                    Schienennahverkehr: Ministerium laufen Kosten davon - Baden-Württemberg - Stuttgarter Zeitung

                    Grenzüberschreitende Zugverbindung Müllheim – Mulhouse gefährdet | Eisenbahnjournal - Zughalt.de

                    Streichung von bis zu neun Millionen Zugkilometern im Nah- und Regionalverkehr, oder 12 Prozent der Züge, weil das Geld dafür fehlt. Und das sind nur die Auswirkungen im Landesetat, vom Bundesetat reden wir noch nicht.

                    Es ist schon frappierend, in welchem Tempo die Kritiker in einem Punkt nach dem anderen bestätigt werden. Jetzt bin ich nur gespannt, wie es mit dem Grundwasser-Management weitergeht.
                    Zuletzt geändert von Chloe; 07.04.2012, 16:18.

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                      @Chloe

                      Was wird nach deiner Einschätzung passieren , wenn das meiste oder schlimmstenfalls alles was Kritiker monierten zutrifft

                      Werden dann Kefer und Co zu Verantwortung gezogen
                      Und manchmal denk ich mir, ich sollte mir die Ruhe und
                      Nervenstärke von einem Stuhl
                      zulegen.
                      Der muß auch mit jedem Arsch klarkommen!

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                        Wohl kaum. Wer ist überhaupt verantwortlich? Kefer und Grube haben den Mist nicht erfunden. Sie sind allenfalls dafür verantwortlich, nicht ausgestiegen zu sein. Aber selbst daran tragen sie keine Alleinschuld. Hauptverantwortlich sind neben den Erfindern (die berüchtigten fünf Männer, die nach dem legendären Helikopterflug S21 beschlossen haben), in meinen Augen die Regierung Oettinger/Rech, weil sie den letztlich gültigen Vertrag unterschrieben haben, nebst OB Schuster und den Bundesverkehrsministern, die ständig den Rechnungshof ignorieren, vor allem Ramsauer und Tiefensee. Mappus und Gönners Verhalten war höchst ärgerlich, aber im Hinblick auf Verantwortung für das Projekt haben die es auch nur geerbt.

                        Am Ende sind aber die Baden-Württemberger Bürger verantwortlich. Wir hatten eine Volksabstimmung, in der 58 Prozent gegen den Ausstieg aus der Finanzierung gewesen sind. Vor allem auf dem Land, schwäbische Alb, in Oberschwaben, Alb-Donau-Kreis. Und von denen will ich jetzt auch kein Gejammere hören, wenn auf dem Land der Nahverkehr abgehängt wird. Es ist nicht so, als hätte das Landesverkehrsministerium dies nicht vor der VA detailliert aufgelistet.
                        Zuletzt geändert von Chloe; 07.04.2012, 16:17.

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                          Zitat von Chloe Beitrag anzeigen
                          Am Ende sind aber die Baden-Württemberger Bürger verantwortlich. Wir hatten eine Volksabstimmung, in der 58 Prozent gegen den Ausstieg aus der Finanzierung gewesen sind. Vor allem auf dem Land, schwäbische Alb, in Oberschwaben, Alb-Donau-Kreis. Und von denen will ich jetzt auch kein Gejammere hören, wenn auf dem Land der Nahverkehr der Nahverkehr abgehängt wird.
                          Wie viele nutzen den öffentlichen Nahverkehr? Die 58 Prozent, die für S21 gestimmt haben, müssen ja überwiegend Autofahrer sein. Was erhoffen die sich? Mehr Parkplätze in der Innenstadt? Was haben Autofahrer von S21?

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                            Ein Großteil davon hat sich von den "mindestens 1,5 Mrd Ausstiegskosten" einwickeln lassen und sich überzeugen lassen, dass angesichts von "nur" 900 Millionen Landesanteil der Weiterbau billiger ist. Ein weiterer Teil hat keine Ahnung von dem Projekt und hat für den Weiterbau gestimmt, weil eine moderne Infrastruktur für den Standort wichtig ist (das sind nicht unbedingt nur die Ungebildetesten; ein ehemaliger Kollege von mir, promovierter Ökonom, kam auch mit diesem Argument). Noch ein weiterer Teil sind CDU-Wähler, die den Grünen eins reindrücken wollten als Rache für die verlorene Landtagswahl. Und dann gibts noch die, die einfach für Weiterbau gestimmt haben, weil der Bürgermeister ihnen sagte, dass das für das Land das Beste ist.

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                              Hinzu kommen all die Verwirrten (5-15%), die beim Moment der Wahrheit in der Wahlkabine "Sind Sie für das Kündigungsgesetz?" mit NEIN gestimmt haben, weil sie ja irgendwie dachten, eigentlich muss man Negativ ankreuzen, wenn man gegen S21 ist.

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                                Stimmt. Dieses Problem habe ich vergessen zu erwähnen. Allerdings ist zu bedenken, dass das für beide Seiten gilt. Es gab auch Leute, die "Ja" angekreuzt haben, weil sie für S21 sind. Vor der VA gabs dazu eine Umfrage. Die Anzahl der S21 Gegner, die die Frage falsch verstanden haben, war etwas geringer als die Zahl der Befürworter, aber nicht viel. Den Ausgang der VA hätte es eher zugunsten der "Nein"-Sager - sprich: Projekt-Befürworter - verändert.

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